unter verschluss
Vor langer Zeit habe ich gelernt, meine Feinde nicht zu hassen. Aber ich habe noch nie einen geliebt. Die Verbindung zwischen Frau und Mann ist zu einer gefährlichen Allianz geworden. Der wieder aufkeimende Faschismus zeugt davon. Der Hass auf alles Weibliche zeugt davon. Ich wandle in verschiedenen Welten umher, weil wir sie nicht mehr teilen. Vielleicht sind die Fremdesten die, die sich am meisten zuhause fühlen. Die Welt, die ganze, wie sie von Männern gestaltet wird, ist flacher als gedacht, eine seichte Pfütze, schließt andere hinter ihren Mauern ein. Sie passt nicht mehr zu meiner. Von meiner, ist nicht mehr viel übrig. Ich bin kein Teil ihrer Welt, auch wenn sie in meiner ein Zuhause haben. Du siehst aus wie ein Mensch, gehst wie ein Mensch, sprichst wie ein Mensch, doch entführst du mich in eine glatte Fantasiewelt. Du gibst es auf, ein Mensch zu sein. Und auch ich soll das Menschsein vergessen und scheiden lernen, weil wir es wieder dürfen. Wir können nun noch so oft sagen, dass wir uns lieben. Es wird nichts nutzen. Ich höre nicht mehr darauf, wenn du rufst. Du hast keinen Respekt vor dem Leben. Was du versprichst, Nichts, was du willst, war immer ein Rätsel. Das Wasser, es reißt, hier und da, Festungen, sämtliche Herren nieder, drängt sich durch jeden Spalt. Berührt mich der Fluss, kann ich etwas tun, wird die gesamte Festung obsolet. Das letzte Kapitel heißt: Lernt schwimmen!

